MainnetBlock …letzter Block …prüfe Kette…Was heißt das?
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·WEBanizer AG·4 Min. Lesezeit

Beweisbrief: Ein Brief, dessen Inhalt sich beweisen lässt

Ein Einschreiben belegt den Umschlag, nicht den Inhalt. Der Beweisbrief verankert den Fingerabdruck der PDF vor dem Versand in der Doichain, lässt LetterXpress genau diese Datei drucken und hält Annahme und Abschluss in einer signierten Beweiskette fest. Pilot der WEBanizer AG, Pilotkunden gesucht.

Beweisbrief, Pilot der WEBanizer AG. Hash auf der Doichain, Druck und Versand durch LetterXpress, Prüfbericht für Dritte.
Beweisbrief, Pilot der WEBanizer AG. Hash auf der Doichain, Druck und Versand durch LetterXpress, Prüfbericht für Dritte.

Wer eine Kündigung, eine Mahnung oder eine Fristsetzung per Einschreiben verschickt, hat am Ende einen Beleg dafür, dass ein Umschlag angekommen ist. Was darin stand, belegt das Einschreiben nicht. Vor Gericht hilft dann nur ein Zeuge, der beim Kuvertieren zugesehen hat, oder ein Notar. Diese Lücke ist alt, bekannt und teuer. Der Beweisbrief schließt sie mit drei Zutaten, die es alle schon gibt: einem Hash, einer öffentlichen Blockchain und einem Druckdienstleister, der genau die Datei druckt, die er bekommt.

Seit heute läuft der Beweisbrief als Pilot der WEBanizer AG unter beweisbrief.doilabs.org. Der erste Brief ist durch, die Anker liegen in Block 435956 der Doichain, und das Prüfprogramm hat das Beweisbündel ohne Beanstandung bestätigt.

So funktioniert es

Vier Stationen: PDF einreichen, Hash auf der Doichain verankern, Druck und Versand durch LetterXpress, Prüfbericht und Beweisbündel. Darunter die drei Anker Einreichung, Versand und Abschluss.
Die PDF bleibt beim Betreiber und geht nur an die Druckerei. In die Doichain gehen ausschließlich Hashes.
  1. Einreichen. Sie laden den Brief als PDF hoch, DIN A4 mit der Anschrift im Fenster. Der Dienst prüft Format und Seiten, berechnet den SHA-256 und zeigt Vorschau, erkannte Anschrift und den Preis für einseitigen und beidseitigen Druck. Farbe, Einschreiben und Umschlag wählen Sie dazu.
  2. Verankern. Nach Ihrer Bestätigung entsteht ein Einreichungsmanifest: Hash, Seitenzahl, Ausstattung, Zeit. Der Dienst signiert es und registriert seinen Hash als Namen poe/… in der Doichain. Das ist Anker 1, gesetzt, bevor die Datei das Haus verlässt.
  3. Drucken und versenden. Erst dann geht die PDF an LetterXpress, einen unabhängigen Dienstleister, der sie druckt, kuvertiert und als Brief oder Einschreiben der Post übergibt. Seine Antwort mit Auftragsnummer, erkannter Empfängeradresse und Preis wird zum Versandmanifest und zu Anker 2.
  4. Abschließen. Meldet LetterXpress den Auftrag als verarbeitet, bei Einschreiben mit Sendungsnummer und Zustellstatus der Post, folgt das Abschlussmanifest mit Anker 3.

Nach sieben Bestätigungen friert der Dienst zu jedem Anker eine Quittung ein: Transaktion, Merkle-Zweig, Blockheader und die Header der sechs Folgeblöcke. Damit kann ein Dritter den Einschluss ohne Node, ohne Explorer und ohne uns nachrechnen.

Was Sie in der Hand haben

  • Prüfbericht als PDF. Ergebnis in Klartext, Zeitfenster „nach Block N, vor Block M“, alle Hashes, QR-Code zur öffentlichen Prüfseite, und ehrlich getrennt: was der Bericht belegt und was nicht.
  • Beweisbündel als ZIP. Originalbrief, die drei Manifeste in kanonischer Form, Signaturen, Quittungen, der öffentliche Schlüssel des Dienstes, die Spezifikation und ein Prüfprogramm, das nur die Python-Standardbibliothek braucht. Wer das Bündel bekommt, kann alles selbst prüfen.
  • Öffentliche Prüfseite. Zu jeder Beweisbrief-ID zeigt beweisbrief.doilabs.org/pruefen den Stand der Anker. Dort stehen nur Hashes und Kettendaten, keine Adressen und kein Inhalt. Wer die PDF besitzt, vergleicht ihren Hash im Browser, ohne sie hochzuladen.

Die Kette aus drei Ankern ist das Entscheidende. Ein einzelner Zeitstempel beweist, dass eine Datei existierte. Erst die Verbindung aus verankertem Inhalt, dokumentierter Annahme durch einen Dritten und dessen Abschlussmeldung macht daraus den Beleg, dass genau dieser Inhalt auf den Weg zum Empfänger gebracht wurde.

Was der Beweisbrief nicht belegt

Den Zugang im Rechtssinn und die Kenntnisnahme durch den Empfänger belegt er nicht, genauso wenig, wer das Dokument verfasst hat. Die Signatur bindet an den Betreiber. Blockzeiten sind Minerangaben mit Stunden-Unschärfe, verbindlich sind Blockhöhen. Ob Gerichte die Beweiskette als Anscheinsbeweis anerkennen, klärt die laufende Rechtsprüfung. Der Beweisbrief ersetzt keine Rechtsberatung, und er sagt das auf jeder Seite.

Pilotkunden gesucht

Der Pilot läuft in einem kleinen Kreis. Wir suchen Anwender, die regelmäßig Schreiben verschicken, bei denen es auf den Inhalt ankommt: Kanzleien und Rechtsabteilungen, Hausverwaltungen, Mahnwesen und Inkasso, Versicherungen, aber auch Unternehmen, die Kündigungen und Fristsetzungen sicher auf den Weg bringen wollen. In der Pilotphase übernehmen wir die Einrichtung und begleiten die ersten Briefe persönlich. Portokosten fallen zum LetterXpress-Tarif an, der Nachweis selbst kostet im Piloten nichts.

Jetzt als Pilotkunde anmelden: Beta-Tester werden, News abonnieren oder ein Gespräch anfragen. Jede Anmeldung bestätigen Sie per Klick in unserer E-Mail, sonst passiert nichts.

Technik im Überblick

Der Beweisbrief nutzt die Doichain-API mit einem eigenen Schlüssel und folgt dem Beweisformat des Schwesterdienstes Nachweis für E-Mails: gleiche ID-Regel, gleiche kanonische Form nach RFC 8785, gleiche Ed25519-Signatur, gleiche Quittung. Der Schlüssel des Dienstes ist selbst in der Doichain verankert und unter /.well-known/beweisbrief-keys.json veröffentlicht. Bis zur Freigabe tragen die Anker das Präfix webanizer-beweisbrief:test, danach v1.

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