MainnetBlock …letzter Block …prüfe Kette…Was heißt das?
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·DOI Labs·3 Min. Lesezeit

Nachweis: E-Mails beweisbar machen, Betatester gesucht

Der neue Dienst Nachweis hält Inhalt, Zeitpunkt und Übergabe einer E-Mail fest und verankert den Fingerabdruck in der Doichain. Prüfen kann jeder, ohne dem Anbieter vertrauen zu müssen. Für den Testbetrieb suchen wir Betatester.

Wer per E-Mail kündigt, mahnt, ein Angebot abgibt oder eine Frist wahrt, steht im Streitfall oft mit leeren Händen da. Der Ordner „Gesendet“ beweist wenig, denn er liegt beim Absender und lässt sich ändern. Mit Nachweis startet die DOI Labs AG deshalb einen Dienst, der Inhalt, Zeitpunkt und Übergabe einer E-Mail festhält und ihren Fingerabdruck in der Doichain verankert. Der Dienst ist ab sofort im geschlossenen Testbetrieb, und wir suchen Betatester.

Das Besondere: ein Beleg, der keiner Partei gehört

Bei den üblichen Wegen ist immer ein Beteiligter selbst der Zeuge. Die Lesebestätigung kommt vom Empfänger, das Sendeprotokoll vom eigenen Mailserver, die Zustellbestätigung vom Postdienst oder vom Anbieter der Versandlösung. Wer den Beleg prüfen will, muss dieser Stelle glauben und darauf hoffen, dass es sie und ihre Unterlagen auch in einigen Jahren noch gibt.

Nachweis geht einen anderen Weg. Der Fingerabdruck der Nachricht steht in einer öffentlichen Blockchain, die seit 2018 läuft und per Merged Mining mit Bitcoin abgesichert ist. Diese Kette gehört weder dem Absender noch dem Empfänger und auch nicht der DOI Labs AG. Daraus folgen drei Eigenschaften, die ein klassischer Versandbeleg nicht bietet:

Öffentlich prüfbar. Jeder kann den Nachweis nachrechnen, auch die Gegenseite, ein Anwalt oder ein Gericht. Dazu braucht es nur das Beweisbündel und Zugang zur Doichain, etwa über Verifile, einen Block-Explorer oder eine eigene Node. Das Prüfprogramm liegt dem Bündel bei.

Unabhängig vom Anbieter. Der Nachweis funktioniert auch dann, wenn es den Dienst nicht mehr gibt. Die Prüfung ist reine Mathematik: Fingerabdruck der Mail berechnen, mit dem Manifest vergleichen, das Manifest in der Kette finden. Seit heute liefert die Doichain-API dafür auch den Merkle-Pfad zur Transaktion, sodass sich der Einschluss im Block ohne fremde Hilfe nachrechnen lässt.

Auch für uns unveränderlich. Was einmal in der Kette steht, kann niemand nachträglich ändern oder zurückdatieren, auch nicht der Betreiber. Eine spätere Änderung an Text oder Anhang würde sofort auffallen.

So funktioniert es

Sie schreiben Ihre E-Mail wie gewohnt in Ihrem eigenen Mailprogramm. Es gibt zwei Wege:

Modus So geht es Was festgehalten wird
Weiterleitung In der Empfängeradresse das @ durch = ersetzen und @nachweis.doilabs.org anhängen, also max.mustermann=firma.de@nachweis.doilabs.org Inhalt, Zeitpunkt und die Übergabe an den Mailserver des Empfängers samt SMTP-Protokoll
Kopie Direkt an den Empfänger senden und kopie@nachweis.doilabs.org in BCC setzen Inhalt und Zeitpunkt der eingegangenen Kopie

Der Dienst bildet SHA-256-Fingerabdrücke der Nachricht und jedes Anhangs, prüft SPF, DKIM und DMARC und verankert den Fingerabdruck eines Manifests in der Doichain. Die Eingangsbestätigung kommt nach Sekunden, die Verankerung im Mittel nach rund zehn Minuten. Danach erhalten Sie ein Zertifikat als PDF und ein Beweisbündel als ZIP. Jeder Nachweis hat außerdem eine eigene Prüfseite mit seiner Nachweis-ID.

Datenschutz durch Architektur

Auf der Kette stehen nur Fingerabdrücke und eine zufällige Nachweis-ID. Adressen, Betreff, Text und Dateinamen gelangen nie in die Blockchain. Mail und Anhänge werden sieben Tage nach dem endgültigen Zertifikat gelöscht, das Beweisbündel bleibt bei Ihnen. Die Server stehen in Deutschland, die Website kommt ohne Cookies und Tracking aus.

Was der Nachweis belegt und was nicht

Nachweis belegt, dass eine E-Mail mit genau diesem Inhalt spätestens zu einem bestimmten Zeitpunkt existierte und im Weiterleitungsmodus an den Mailserver des Empfängers übergeben wurde. Er belegt nicht, dass der Empfänger die Mail gelesen hat, und er ersetzt keine gesetzlich vorgeschriebene Form. Das Zertifikat ist kein qualifizierter Zeitstempel im Sinne der eIDAS-Verordnung. Wie ein Gericht den Beleg würdigt, entscheidet es im Einzelfall. Gerade dafür ist ein Beweis hilfreich, den jeder selbst prüfen kann.

Betatester gesucht

Im Testbetrieb schalten wir Absenderadressen einzeln frei. Die Nutzung ist in dieser Phase kostenlos, die Preise nennen wir vor dem öffentlichen Start. Wir suchen vor allem Menschen und Unternehmen, die regelmäßig E-Mails mit rechtlichem oder geschäftlichem Gewicht verschicken: Kündigungen, Mahnungen, Angebote, Mängelrügen, Fristsachen oder Freigaben. Ihre Rückmeldungen fließen direkt in den Dienst ein.

Jetzt als Betatester bewerben

Die Bewerbung dauert eine Minute und wird per Double-Opt-In bestätigt. Wer zuerst über einen Einsatz im eigenen Unternehmen sprechen möchte, kann dort auch ein Gespräch anfragen.

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